Fussball WM – Google und sonst nichts…

Die Fussball WM ist in vollem Gange und da wollen natürlich alle an diesem Grossevent mitverdienen. Traurig, dass auch gerade mit Prostitution (insbesondere auch Kinderprostitution), aktiv mitverdient wird, doch das ist eine andere Geschichte. Beim Bäcker gibt’s wieder WM-Brötchen, beim Metzger die doch so leckere Fussball-Wurst (ist das sonst nicht einfach der Schüblig?) und in den Supermärkten sind gleich zwei Pack Chips zusammengestanzt und mit einem Fussballkleber versehen, damit die Korrelation auch für die Hausfrau klar ist, welche für die Grossfamilie einkaufen geht (Klick). Doch Online geht einiges ab. Agenturen planen fleissig Kampagnen, Shops verkaufen Trikots und Medienhäuser berichten vom Grossevent live in einem Ticker oder zusammenfassend vom Spiel.

Fussball im Online Marketing

Im Digital Marketing wollen alle kräftig am Event mitverdienen. Plattformenbetreiber und diverse Webshops locken mit Wettbewerben die User auf die eigene Seite und Tippspiele sollen diesen bei Laune halten und für möglichst viel Engagement und Viralität dann noch in den sozialen Medien sorgen.

Rechnung ohne Google gemacht

Doch wir alle haben die Rechnung ohne Google gemacht, denn auch wenn Google selber behauptet keinen Content zu produzieren wird doch mehr als grosszügig aggregiert. Schauen wir dies doch einmal im Beispiel von Mexiko an:

Suchergebnis Google nach Mexiko

Suchbegriff: Mexiko

Der gesamten Bildschirm (ich musste für diesen Screenshot scrollen und das Bild extra zusammensetzen bei meinem Monitor) wird durch Content von Google (resp. Daten der Fifa aber auf der Suchergebnisseite) besetzt. Und das ist kein Einzelfall. Selbst wer etwas über das Land Mexiko erfahren möchte tut sich sichtlich schwer die Suchergebnisse rechts unten in der Box zu Mexiko aufzurufen. Wer Adwords schaltet, weiss wie klickstark klickschwach der rechte untere Bereich des Bildschirms ist.

Apropos Adwords

Wer sich Gedacht hat, dass während den 6 Fussballwochen günstig auf diese Keys geboten werden, hat sich auch hier falsche Hoffnungen gemacht: Suchbegriffe wie „Weltmeisterschaft“, „Fifa“ oder „Brasilien 2014“ sind nämlich markenrechtlich vom Weltfussballverband Fifa geschützt worden. Da sich Google in der Vergangenheit schon mehrfach die Finger verbrannt hat, werden diverse bezahlte Anzeigen von Google zur Zeit blockiert.

Alle SEM-Spezialisten sind deshalb gefragt möglichst kreative Keys zu finden, um doch noch vom hohen saisonalen Volumen einige gute Klicks abgegrast werden können.

Google’s Knowledge saugt den Traffic ab

Doch zurück zum Knowledge Graph und der Suchergebnisseite von Google. Zwar versucht diese Technologie dem Fragenden gleich eine Antwort zu bieten, aber wir, die Publisher, hatten eigentlich ursprünglich einmal diese Arbeit getan. Fussball-Tabellen und Resultate werden also gleich in der Ergebnisliste angezeigt. Doch auch bei anderen Begriffen ausserhalb der Fussball-WM wird mittlerweile grosszügig von Wikipedia aggregiert. Klar, dass darunter auch Wikipedia leidet.

Wir kennen dieses „Problem“ doch auch schon seit längerem. Bei unserem Projekt „feiertage-schweiz.ch“ sind die Trafficzahlen auch leicht rückläufig. Klar, denn wer das Datum von Ostern oder anderen variablen Feiertagen suchen will bekommt mit der Suche „Ostern 2015“ gleich das Resultat unterhalb des Suchschlitzes angezeigt, Webseiten brauchen dazu keine mehr besucht werden, auch wenn die noch so wertvollen Inhalt zu Ostern zu bieten haben. Und auch die Zeit vom „Sonnenaufgang heute“ und „Sonnenuntergang heute“ wird direkt angezeigt. Wer will denn da noch unsere Seite auf der Position 1 besuchen? Zugegeben, da ist der Inhalt auch etwas sehr dünn…

Suchergebnis Sonnenuntergang heute bei Google

Suchbegriff: Platz 1 bei den organischen Suchergebnissen – aber nicht viel Wert

Social Media Plattformen resp. Facebook

Doch wenn der eine bockt, dann gehen wir halt zum Anderen… und so ist auch interessant zu lesen und zu hören, wie viele Agenturen ihre Werbebudgets in letzter Zeit stark in Richtung Facebook transferiert haben. Ob das im Interesse von Google ist, mag ich bezweifeln. Fakt ist, dass wir mittlerweile Publisherprojekte sehen (heftig.co), welche ausschlisslich mit Facebook Traffic den gesamten DACH Bereich innert kürzester Zeit erobert haben. Über den Inhalt und die Diskussion über das sterben des Journalismus darf dann gerne mit mir privat gechattet werden.

Comments are closed.